JLPT N5 Drama

Ich hab gerade mit der Prüfungsvorbereitung angefangen … Ich find das N5-Level total bescheuert, weil versucht wird, auf Kanjis zu verzichten wo es geht. Unmöglich, wirklich!

Da wird dann z.B. 飛んで zu とんで und da ist dann Rätselraten angesagt …*

Oder der Satz: きょうはノートやほんなどをかいました。Wer denkt sich nur sowas aus? (今日はノートや本等を買いました。)

Das ist echt eine Zumutung … Soll ich den N5 überspringen? Ich hab das Gefühl, in höheren Levels wäre der Test einfacher, weil da auch japanisch geprüft wird und nicht so ein Kinder-Hiragana-Murks 😦

*: Oder logisch erschließen, was in Prüfungssituationen Zeit kostet … んで ist sicher te-Form … -て います ist eine Handlung, die gerade passiert. In Frage kommt nur ein Verb mit む, ぶ, ぬ und damit war es klar, dass es 飛ぶ ist. Aber trotzdem … Den Aufwand sollte man sich in einer Prüfung sparen können.

Und ich werde mich weigern, alle Verben in allen Flexionen nochmal als Hiragana stur auswendig zu lernen. Genauso wie ich mich weigere Kanji schreiben zu lernen 😉

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4 Gedanken zu „JLPT N5 Drama

  1. Hallo!

    Ich kann dein Argument, bezüglich der Verwendung von Hiragana, schon verstehen. Allerdings werden auf diesem Level Sätze nur deshalb in Hiragana geschrieben, weil bis dahin nur wenige Kanji gelernt werden, und der Test in dieser Hinsicht keinen Bedacht auf Selbstlerner nimmt.

    Meine Erfahrung war zu Beginn auch: Sätze in Hiragana sind eine Qual, dass kann doch keiner in vernünftiger Zeit lesen … Dazu kommt noch, wenn ein Wort in Hiragana geschrieben ist, könnte es ja vieles bedeuten. Woher soll ich Wissen, ob es Wort X oder Wort Y ist?

    Jetzt kann ich Sätze in Hiragana / Katakana genauso schnell lesen, und auch ohne weiteres verstehen, als wären sie mit Kanji geschrieben. Die Übung, und die Gewöhnung an die Sprache, machen hier den Unterschied. Es dauert eben nur eine Weile. Spätestens wenn du den Zusammenhang von Hiragana und Kanji siehst, wird dir schlagartig so einiges klar werden. Aber darauf musst du wohl selbst kommen, oder besser gesagt, zu diesem Punkt wirst du ohnehin noch selbst kommen, wenn du dran bleibst.

    Ich musste übrigens sehr über die Einschätzung lachen, dass der Test einfacher würde, weil mehr Japanisch verwendet wird. Es stimmt zwar, dass ab ca. N3 mehr Sätze / Wörter in einem Mix aus Kanji / Hiragana / Katakana und Furigana geschrieben werden, es wird aber wesentlich mehr Detailwissen benötigt. Nicht nur was Kanji angeht, also Lesungen, sondern auch die Bedeutung von Wörtern. Zum Beispiel eine N3 Frage: 明日の飛行機の予約を確認してください。 Womit kann 確認して ersetzt werden? 変えて、調べて、行って、頼んで? Dann noch die ganzen Grammatikregeln, die Lesungen von Kanji, welches Wort in Hiragana passt zu den 4 Kanji, hier ein N2 Beispiel: 戦後、日本は貧しい時代を経験した。 貧しい ist hier gefragt, ist es まずしい、さびしい、けわしい、はげしい? Oder umgekehrt, 今日は、ゴミのしゅうしゅう日ですか。しゅうしゅう ist gefragt, ist es 拾集、修集、取集、収集?

    Bisher habe ich noch keinen JLPT Level absolviert, im Dezember mache ich aber den N2, weshalb ich kaum qualifiziert bin dahingehend einen Hinweis zu geben. Aber wenn Du mich fragen würdest, so würde ich sagen, die unteren N-Level sind sicher eine gute Übung, aber nicht unbedingt von praktischem Wert. Dass ändert sich auch vor N2 / N1 nicht wirklich. Wenn es mit dem Geld kein Problem ist, mach ruhig einen der unteren Level, also N5 / N4 oder N3, jenachdem, wieviel du bereits an Japanisch beherrscht. Dafür gibt es ja genug Resourcen, also zB. alte Tests, die du machen könntest. Anhand derer kannst du Entscheiden, ob N5 zu einfach ist, und du doch lieber N4 nimmst. Auch wenn dieser wiederum ebensoviele Wörter und Sätze in Hiragana beinhaltet. Schau dir einfach die Übungen ein wenig an http://www.jlpt.jp/e/samples/sample09.html

    Nachdenken solltest du übrigens nicht so viel müssen, du sollst die Dinge die gefragt werden ja schon soweit beherrschen. Zeit kostet im übrigen meiner Einschätzung nach zu Anfang wohl am ehesten der Leseteil. Also, je schneller du lesen und verstehen kannst, desto besser. Und auch da heißt es: Üben, Üben, Üben. Hier eine Resource, die dich eventuell in dem Zusammenhang interessieren könnte: http://chokochoko.wordpress.com/the-great-library/

    Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei den Vorbereitungen, und dem Test, im Dezember!

  2. Hallo Petra,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

    Wow, ich bin noch extrem weit vom N2 weg. Bei mir stellte sich eher die Frage, ob ich den N5 oder den N4 probieren soll. Ich beneide dich, wie weit du schon bist 🙂

    Da wo ich Probleme hab und auch im N5 haben werde ist, wenn es um die te-Form von Verben geht. Ich hab das Gefühl, dass man alle schonmal gesehen, vlt sogar auswendig gelernt und gehört haben sollte, damit man überhaupt auf das richtige Verb kommt. Das Bilden der te-Form ist nicht das Problem, da gibt es ja Regeln dafür, die man nur auswendig lernen muss. Hier finde ich es einfacher, wenn ich zur Orientierung Kanji statt nur-Hiragana habe.

    Aber vlt ist das gerade ein Problem, das ich mir selbst gemacht habe, weil ich mich zu sehr auf das Lesen konzentriert habe, aber nicht auf das Zuhören. Vlt ist es so, dass wenn man versteht, was ein Japaner einem sagt, dass es dann garkeinen Unterschied macht, ob man einen Text nur in Hiragana oder in Kanji hat – schließlich hat gesprochenes Japanisch auch keine Kanji … 🙂

    Viele Grüße,
    Thomas

  3. Mit der letzten Bemerkung hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen! Wenn es rein um die Sprache geht, hast du weder Kanji noch Kana zur Verfügung. Umgekehrt, wenn du schreibst (am PC in deinem Fall wohl), hast du in der Theorie beides zur Verfügung, und musst entscheiden. Am Anfang ist es eigentlich egal, ob nun Wörter in Kanji oder in Hiragana geschrieben werden, weil es ohnehin ein essentieller Bestandteil ist, die Lesungen von Kanji zu lernen. Womit ich natürlich im Kontext von Wörtern und Sätzen meine.

    Wenn Du eine Audio-Komponente ins Spiel bringst, könnte es dein Problem eventuell lösen, ohne nun genau sagen zu können, was für dich passend wäre. Bei Genki I gab es viele Testfragen, die sich um die Konjugation von Verben und Adjektiven drehten, eben auch mit Audio. Daher könntest Du dich ja mal im Netz umsehen, ob du diese Dateien zufällig irgendwo findest. Oder du arbeitest ein paar Konjugationslisten durch, zum Beispiel diese hier, um darin ein wenig fitter, und vor allem schneller zu werden: http://www.laits.utexas.edu/japanese/joshu/grammar/gquiz/gq_conj.php Da hast du beides, Kanji + Kana.

    Grundsätzlich weiß ich ja nicht, was deine konkreten Ziele die Sprache betreffend sind, wenn es nur lesen ist (oder vielmehr wäre), wäre es ja kein Problem wenn du dich ausschließlich darauf konzentrierst. Oder überhaupt erst einmal auf irgendetwas für dich verständliches, am Anfang ist dass das größte Problem, und das hat nun mal jeder. Wenn du es, bis auf Kanji schreiben zu lernen, was dir sicher später doch noch helfen wird – ob du es glaubst oder nicht, in allen Gebieten auf ein hohes Level (nicht JLPT) bringen willst, kann ich dir nur empfehlen immer etwas Japanisches am laufen zu haben. Egal ob es nun Anime oder sonst etwas ist, hauptsache Japanisch. Verstehen wirst du diesen Input ja wohl noch früh genug, auch wenn es im Moment nicht danach aussieht.

    Es dauert eine Weile bis du sinnerfassend und zusammenhängend verstehen lernst, weit ab von Textbüchern und Beispielsätzen, oder – schlimmer, Textbuch Audio. Was ja bekanntlich wenig mit der natürlichen Sprachgeschwindigkeit zu tun hat. (Und glaub mir, wenn ich manchmal Radio höre, die Leute ganz entspannt reden, und dann plötzlich mit Mördergeschwindigkeit losgelegt wird, reißts mich auch noch manchmal.) Davon aber mal abgesehen, wenn du etwas weiter währest, wüßte ich einige Resourcen, die dir weiterhelfen könnten.

    Für den Moment will ich dich aber nicht weiter zutexten. Wenn ich erstmal anfange, aber du siehst es ja … Übrigens zum Neid, gibt es überhaupt keinen Grund, glaub mir. Du kommst auch noch schnell genug da hin, und wirst dich wie blöd über so einiges auf dem Weg dahin freuen, glaub mir. (*≧∀≦*)

    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar und für deine Links. Ich hab nur mal kurz reingeschaut, werde mich damit aber am WE ausführlich beschäftigen. Auf den ersten Blick denke ich schon, dass sie mir gut weiterhelfen können. 🙂

      Mit der Audio-Komponente hast du recht. Ich denke, das ist so mein größtes Problem – auch für den JLPT N5. Ich hab leider nur sehr wenig Hörpraxis und wenn ich den N5 nicht schaffen sollte, liegt es bestimmt daran.

      Im Listening-Teil des offizellen Mock-Tests gibt es eine Aufgabe, in der zwei von drei Antworten Standardfloskeln sind, die jeder kennt und die dritte Antwort ist ein Verb in Te-Form. Hmm, ich glaube es ging darum, dass einer darum gebeten hatte, ihm das Wörterbuch zu leihen und das Verb war 貸す und in te-Form dann 貸して. Wenn es schnell gesprochen wird und man noch nicht jedes Verb in te-Form kennt, dann hat man hier natürlich verloren. Ich glaub, da muss ich mich wirklich gründlich vorbereiten.

      Ich hab mir schon überlegt, ob ich ein neues Anki-Deck bauen soll, in das Audio-Samples von te-geformte-Verben kommen. Dumm ist nur, dass es für solche Formen keine Audio-Samples (z.B. von wwwjdic) gibt und ich die Google TTS-Engine bemühen müsste, die vieles recht merkwürdig ausspricht.

      Wäre super, wenn Genki I sowas bieten würde … Da schau ich nachher gleich mal nach. Danke für den Tipp!

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