Ubuntu 12.04 OMG

Ich hab jetzt Ubuntu 12.04 installiert und hab gerade festgestellt, dass die Programme, die ich unter Mythbuntu und dem verunglückten, nachinstallierten Ubuntu-Desktop vermisst hatte, unter Ubuntu in Reininstallation auch nicht da sind.

Wo sind die Bildschirmschoner-Einstellungen? Wo sind die Energie-Optionen mit ACPI-Power-Button-Settings? Wo ist überhaupt irgendwas?

Das HUD ist ja ein Krampf, tut mir leid … Wo ist die Ordnung? Es hilft mir nichts, wenn da steht „alle 81 Anwendungen anzeigen“. So ein Müll, wirklich …

Was noch erstaunlicher ist ist, dass mein System laggt. Im Gnome-Terminal merkt man bei der Zeicheneingabe ziemlich deutlich, dass alles mit irgendeiner kleinen aber merkbaren Verzögerung passiert. HD-Videos kann ich auch nicht abspielen, weil beide CPUs auf 100% Leistung konstant sind. Unter Mythbuntu 12.04 ging das wenigstens noch … Es ist zum Verzweifeln!

Das System ist mittlerweile unbrauchbar. Soll ich den Schrott nochmal runterlöschen und mein Glück mit Kubuntu versuchen? Seufz …

*update*: Ich hab „kubuntu-desktop“ nachinstalliert. Erstaunlicherweise funktioniert da auch das HD-Playback wieder. Was weiß ich, was beim ubuntu-desktop kaputt ist … Unter KDE gibts auch meine Energie-Optionen wieder. Unglaublich, in welche Richtung sich Ubuntu entwickelt … Der ganze Unity-Kram, die Funktions-Minimierung, …

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Neue Hardware + Mythbuntu

Nachdem ich festgestellt habe, dass das MythTV-Frontend ~300MB RAM benötigt und mein 1GB nicht genug ist, um das System vom Swappen abzuhalten (nach dem Booten werden 1,1GB benötigt), hab ich das zum Anlass genommen, um meinen Rechner mal kräftig aufzurüsten.

Mein altes D945GCLF2-Board mit Intel Atom 330 (Dualcore-CPU) hat es nicht mal im Ansatz geschaft, HD zu dekodieren. Wenn ich HD-Material sehen wollte, musste ich meinen „großen“ bemühen, was umständlich und lästig war. HDTV ist für mich nicht relevant, da ich nur DVB-T verwende.

Auf jeden Fall sollte das neue Board HD-fähig sein. Nach etwas Gurgeln bin ich dann auf AMD Fusion E-450 gekommen, der meine Anforderungen erfüllen soll. Auch unter Linux 😉

Ein passendes Board wurde auch bald gefunden. Mich störte bei meinem alten Board, dass es nur 2 SATA-Ports und einen normalen IDE hatte. Für ein NAS schon viel zu wenig. Ich hatte dort noch eine zusätzliche PCI-SATA-Erweiterungskarte und ein SATA nach eSATA Slotblech, um extern per eSATA eine HD-Docking-Station anzuschließen. Wie man weiß, ist Raid1 kein Backup. Eine externe Festplatte, auf die nochmal gespiegelt wird und die frei von jeder elektrischen Verbindung in einer Schublade liegt, ist da sicherer.

Gekauft hab ich mir dann das „Asus E45M1-I Deluxe“ Board. Es hat 5 interne und einen externen SATA-Anschluss, verkraftet bis zu 8GB RAM, ist passiv gekühlt (also geräuschlos), Bluetooth, WLAN, HDMI, DVI, … eigentlich ziemlich alles. Und das alles in Mini-ITX Form-Faktor 🙂 Einziger Nachteil: Kein RS232 und kein IDE-Anschluss. Für ersteres hab ich mir einen Igor USB gekauft, den es für ~10EUR in der Bucht gibt, für letzteres eine PCI-express Einsteckkarte mit zusätzlichen 2 SATA und einem IDE Port.

Zwei Tage nach der Bestellung war alles da und wurde gleich zusammengebaut. Erstaunlicherweise ging im Grunde alles out-of-the-box. Hier ist Linux wirklich sehr gut …

Ich hab trotzdem dann noch eine Neuinstallation des Systems durchgeführt. Auf Mythbuntu 12.04 64Bit Version, um die Leistungsfähigkeit und die Stromsparfunktionen optimal nutzen zu können.

Nach der Installation stellte ich jedoch fest, dass Audio erstmal nicht ging. Unter Windows ist seit Win3.11 Audio kein Problem mehr, Linux hat das bis heute nicht gelernt. Außerdem fehlten die Klangeinstellungen, Energieoptionen, … Das lag aber an der Mythbuntu Installation mit dem minimalen Set an Programmen.

Irgendwann hab ich das „ubuntu-desktop“-Metapaket installiert und hoffte, dass jetzt der Rest auch da sein würde. Dennoch fehlten einige (wichtige) Systemeinstellungen und ich hätte ergoogeln müssen, was ich für welche Komponente nachinstallieren soll.

Nun, jetzt bin ich soweit, dass ich eine Ubuntu 12.04 Distribution runtergeladen habe und in diese dann MythTV installiere. Mal schauen, was das wieder für Probleme mit sich bringt …

Zermürbungstaktik eines großen deutschen Kabelnetzbetreibers

Ich krieg mittlerweile schon innerere Spannungen, wenn wieder Post eines großen deutschen Kabelnetzbetreibers kommt.

Seit 2 Jahren schicken sie mir Werbung und zwar immer die gleiche. Und das zweiwöchentlich. Jeder zweite Brief geht an das Haus, die anderen an mich selbst.

Das kann doch nicht sein, dass sie so versuchen, Neukunden zu aquirieren … Mittlerweile würde ich nichtmal mehr einen Vertrag abschließen, wenn ich von ihren Produkten überzeugt wäre.

Einfach deshalb, weil sie mich totnerven mit ihrer Werbung …

Ich warte nur darauf, bis mich die Anderen des Hauses zwingen, endlich einen Vertrag mit denen abzuschließen, damit die Werbung endlich aufhört. Sie können es wohl nicht akzeptieren, dass man für einen Kabelanschluss zahlt (zahlen muss!), den aber nicht nutzen möchte. Weder für Fernseher, noch für Internet.

Wieso sollte ich für (über DVB-T) frei empfangbare Programme zahlen? Bin ich bekloppt?

MythTV 0.25 Empfehlung

Ich hab jetzt alles getestet, was man testen kann. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt und begeistert.

Während ich am Anfang sehr skeptisch war, hab ich einiges gefunden, das bei MythTV0.25 mindestens so gut ist wie beim VDR.

Besonders beeindruckend fand ich den wahnsinnigen Scheduler für Rercordings. Der kann nicht nur einfach Programme timen. Er kann auch eine Funktion, die „Power-Search“ heißt. Hierbei kann man ein SQL-Kommando eingeben, mit dessen Hilfe ein Programm aufgenommen werden kann, das noch nicht mal im EPG aufgelistet ist. Beispielsweise:

program.title LIKE „%electric%dreams%“

Die Power-Search wird als normaler Timer gespeichert und sobald im TV-Programm eine Sendung auftaucht, deren Titel die zwei Wörter Electric und Dreams (natürlich die Version von 1984 😉 auftaucht, wird die Sendung aufgenommen. Man kann außerdem den Scheduler so parametrisieren, dass er die Sendung einmal aufnimmt, egal wann und auf welchem Programm. Durch diese Funktion kann der Scheduler selbstständig Konflike zwischen mehreren Timern selbst auflösen. Wirklich genial!

MythTV kann auch andere nützliche Dinge wie Werbeblockerkennung, Videoschnitt, Transcoding (MPEG2 verlustlos oder Transcoding zu zB MPEG4), …

Es spielt auch sämtliche Video-Files und Audio-Files ab, es zeigt auch hübsch JPEGs an usw usf …

In jeder Hinsicht ist MythTV der reine Wahnsinn. Leider auch beim Speicherverbrauch …

Das ist mein einziger Kritikpunkt, denn bei mir läuft es auf einem Dualcore Atom mit insg. 1GB RAM. Die Speicherauslastung liegt bei mir immer >1GB, d.h. es wird auf jedenfall geswappt. Aber für das Plus an Funktionen und Bedienbarkeit investiere ich 20EUR, um meinen RAM von 1GB auf 2GB aufzustocken.

Obwohl ich gestern schrieb, dass die Installation und Basiskonfiguration nur einen halben Tag dauerte, hat der Feinschliff jetzt doch wieder zwei Tage gedauert. Es gibt viel zu entdecken und viel zu konfigurieren. Viel Zeit hab ich für die Belegung meiner Fernbedienung gebraucht, da ich ständig was ändern musste, um die Bedienung zu optimieren. Auch sind manche Optionen ziemlich versteckt und erst durch googeln hab ich z.B. gefunden, wie man die Vor- und Nachlaufzeit einer Aufnahme einstellt.

Wenn man Geduld hat, findet man aber alles was man braucht 🙂

Mythbuntu Dist mit MythTV 0.25 ausprobiert

Ich hab seit mehr als 2 Jahren den Linux VDR im Einsatz. Ein paar Jahre zuvor, bevor ich den Fehler beging mir eine Dreambox zu kaufen, hatte ich in ebenfalls 2-3 Jahre.

Beeindruckend fand ich immer die Multituner-Fähigkeit. Ich hab hier bei mir eine aktive DVB-T-Antenne mit einem 4-fach Antennenverstärker und 3 DVB-T USB-Sticks.

Ich kann von 3 verschiedenen Transpondern bis jeweils 4 Kanäle aufnehmen, d.h. bis zu 12 Aufnahmen gleichzeitig 🙂 Als Fernbedienung nutze ich einen serial-IR-Receiver Marke Eigenbau und die original Fernbedienung meiner Technisat Airstar II USB-Sticks. Die Sticks haben selbst auch einen IR-Receiver, den kann man unter Linux aber nicht nutzen.

Ich nehm viel auf, schau aber wenig an … Meistens zappe ich nur über die Aufnahmen und schneide mir das raus, was für mich interessant ist, zu archivieren.

Vor ein paar Wochen wurde MythTV 0.25 angekündigt und ich hatte es vor einiger Zeit schonmal getestet, war aber nicht begeistert.

Die aktuelle Mythbuntu-Distribution kommt bereits mit Kernel 3.0 und erstaunlicherweise funktionieren meine USB-Sticks sofort out-of-the-box. Das war mit einem 2.6er Kernel noch komplizierter (eigene Firmware-Dateien installieren usw).

Die Installation selbst verlief – Ubuntutypisch – ohne Probleme. Anschließend gab es aber das Problem, dass als Auflösung nur 1024×768 zur Verfügung stand – und das bei einem 16:9 Fernseher 😦

Ich muss erwähnen, dass Mythbuntu 11.10 auf Ubuntu 11.10 basiert und es dort keinen gdm mehr gibt. Es wird nun lightdm verwendet, der wieder anders konfiguriert wird. Das Problem wurde durch eine Konfigurationsänderung in der /etc/lightdm/lightdm.conf und einem kleinen Script gelöst, das xrandr verwendet:

[SeatDefaults]
display-setup-script=/.../xrandr.sh

und dem xrands.sh-Script:

#!/bin/bash
/usr/bin/xrandr --newmode 1440x900_60.00  106.50  1440 1528 1672 1904  900 903 909 934 -hsync +vsync
/usr/bin/xrandr --addmode VGA1 1440x900_60.00
/usr/bin/xrandr --output VGA1 --mode 1440x900_60.00

Dann gabs nach dem nächsten logout zumindest mal die richtige Auflösung.

Der Rest hat im Grunde dann problemlos funktioniert.

Jetzt geht’s mal ans testen … Wenn ich sinnvolle Mappings für meine Fernbedienung herausgefunden habe, poste ich den Teil auch noch. Das war etwas tricky, weil der lirc_serial-Treiber nicht mehr im Repository ist. Dennoch kann man lirc mit dem alten Serial-IR-Receiver aber nachinstallieren und er funktioniert auch mit MythTV 🙂

Alles in allem hat die Installation und Konfiguration einen Vormittag gedauert. Für LinVDR ist damals ein ganzes Wochenende draufgegangen …